Beim Drahterodieren im Wasserbad können mehrere Faktoren zu Korrosion und Verfärbungen an der Werkstückoberfläche führen:
1. Ungenügende Wasseraufbereitung Verunreinigtes Wasser enthält gelöste Ionen wie Chloride, Sulfate oder andere Mineralien, die elektrochemische Reaktionen begünstigen. Diese Rückstände können oxidierende Prozesse anstoßen und so zu Korrosion führen. 2. Ungeeigneter pH-Wert Ein zu saures oder zu basisches Prozesswasser kann die Oberfläche des Werkstücks angreifen. Ein instabiler oder nicht optimal eingestellter pH-Wert begünstigt chemische Reaktionen, die zu Rostbildung und Farbveränderungen führen. 3. Elektrochemische Effekte während des Drahterodier-Prozesses Die Funkenüberschläge beim Drahterodieren erzeugen lokale elektrochemische Reaktionen. Diese können die Oxidation von Werkstückoberflächen verstärken, insbesondere wenn das Wasser nicht die nötige Reinheit aufweist. 4. Temperatur und Verweilzeit Höhere Temperaturen und längere Kontaktzeiten im Wasserbad können die Reaktionsgeschwindigkeit von Korrosionsprozessen erhöhen und so zu verstärkter Oberflächenverfärbung und Korrosion beitragen. 5. Ungenügende Hygiene Zuleitungssysteme (Schläuche), die Umgebungsluft und vor allem überzogene Nutzungszeiten von kreislaufbasierten Prozesswasser-Aufbereitungssystemen führen rasch zur Entstehung von Biofilm.
Zusammengefasst, Korrosion und Verfärbungen der Werkstückoberflächen entstehen häufig durch eine Kombination aus ungenügender Wasserqualität, falschen chemischen Parametern (wie dem pH-Wert) und den elektrochemischen Reaktionen, die während des Drahterodierens auftreten. Diese Faktoren schaffen eine aggressive Umgebung, in der das Werkstück materialtechnisch angegriffen wird.